Tengwar-Fonts

Obwohl die Zahl derer, die bereits einmal den Tengwar begegnet sind, sehr gross ist, haben nur sehr wenige schon von diesem Begriff gehört. Es ist der Name desjenigen Schriftsystems, mit welcher die Inschrift auf dem Ring der Macht in den Herr der Ringe-Büchern und Filmen geschrieben wurde. Dank seiner Ästhetik ist sie sehr ikonisch und bei den Fans äusserst beliebt, inbesondere auch, um sich Dinge wie Tätowierungen anzufertigen.

 

Es ist somit nicht erstaunlich, dass es sich schon vor einiger Zeit die ersten Leute zur Aufgabe gemacht haben, diese Schrift zu digitalisieren und als Font für jedermann nutzbar zu machen. Leider ist jedoch vielen nicht bewusst, dass man einen Tengwar-Font nicht wie jede andere Schriftart verwenden kann, was wohl schon vielen Laien zum Verhängnis geworden ist...

 

Die Tengwar bauen auf einem ganz anderen System auf, als die lateinische Schrift, die wir verwenden. Bei dieser sind die Buchstaben in einer nicht weiter bedeutenden oder logischen Reihe angeordnet ("Alphabet"), und aus diesem Grunde hat man sich wohl dazu entschieden, auf der Tastatur die Tasten gemäss ihrer Häufigkeit komfortabel anzuordnen und nicht dem Alphabet folgend.

Bei den Tengwar ist dies anders. Die Tengwar werden tabellarisch sortiert, und ihre Position in der Tabelle bestimmt, für was das Zeichen steht. Jedes Tengwa (Einzahl von Tengwar) steht für einen Laut. Die Spalten und Zeilen jener Tabelle enthalten je eine Eigenschaft für den zu enthaltenden Laut, und somit enthält jede Zelle einen Laut, welcher den Vorgaben aus Zeile und Spalte genügt. So verlangt zum Beispiel die erste Zeile, dass alle Laute darin Plosive sind, und die erste Spalte, dass alle Laute darin Dentallaute sind. Somit enthält die Zelle oben links den Laut [t].

Das Tastaturlayout der Tengwar-Fonts basiert auf dieser Tabelle und folgt somit einem komplett anderen System als ein herkömmlicher Font. Dies bedeutet, dass wenn man diesen Font anwählt, und schreibt als wäre es ein normaler Font, etwas generiert wird, was garantiert nicht das bedeutet, was man erwartet.

 

Ein Beispiel: Das Wort "elbisch" sieht wie folgt aus, wenn man sich einen Tengwar-Font herunterlädt und "elbisch" auf der Tastatur eintippt:

Dies bedeutet aber etwa "Fingsdschchj".

 

Die richtige Transkription sieht so aus:

Stellt man für diesen Schriftzug nun wieder eine reguläre Schriftart ein, erhält man die Zeichenfolge "j$wdG".

 

Also: Auch wenn es sehr verlockend ist einfach drauf los zu tippen: Die Tengwar-Fonts darf man nur verwenden, wenn man weiss, wofür die einzelnen Zeichen stehen! Eine Erklärung dazu kann für Deutsch hier heruntergeladen werden:

 

 

Tengwar-Modus für Deutsch V2.1.pdf
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